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Natur + Reisen, Tiere
Im Wald der Luchse
NDR
06.08.,
16:00 - 16:45
Infos
Originaltitel
Im Wald der Luchse
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2019
Im Böhmerwald taucht ein seltener Jäger wieder auf. Über 100 Jahre lang war er verschwunden, nun ist der Luchs wieder sehr präsent. Beute und Platz für seine Kinderstube findet er reichlich. Auf leisen Pfoten kehrt Europas größte Katze in den Wald entlang der tschechisch-deutsch-österreichischen Grenze zurück. Im Winter pfeift fast täglich ein eiskalter Wind über die Hochebenen, oft liegt der Schnee meterdick. Dem Luchsmännchen, in der Jägersprache auch Kuder genannt, macht die Kälte in seinem dichten Fell nichts aus. Sein mehrere Hundert Quadratkilometer großes Revier überlappt sich mit dem einer Luchskatze. Mitten im Winter haben sie sich gepaart und gehen sich dann wieder ein Jahr lang aus dem Weg. Bald zieht sich die Luchsin auch von ihren schon fast erwachsenen Jungen zurück und sucht Unterschlupf in einer Felshöhle, um ihren nächsten Nachwuchs zur Welt zu bringen. Wenig später krabbeln zwei winzige, blinde Luchsbabys um sie herum. Nur selten kann die Luchsin ihren völlig hilflosen Nachwuchs verlassen, um ihren Hunger zu stillen. In den 1970er- und 1980er-Jahren wurden wieder Luchse im Böhmerwald angesiedelt. Das katzenartige Raubtier war schon früh in Europa ausgerottet. Am längsten hielten sich die Luchse noch im Böhmerwald, bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dann wurde auch dort das letzte Tier erlegt. Aus eigener Kraft gelangte ein anderer Exilant in den Böhmerwald zurück: der Biber. Noch Anfang der 1990er-Jahre war er weitgehend aus Deutschland verschwunden. Aus Tschechien und über die Donau kommend eroberte er vor einigen Jahren den Arbersee zurück. Wenn der Luchsnachwuchs fünf Wochen alt ist, verlässt er erstmals die Höhle und muss eine überraschende Entdeckung machen: Es gibt nicht nur Luchse auf der Welt. Das Eichhörnchen ist zu flink, aber vielleicht lässt sich der junge Waldkauz fangen, der auch gerade seine Geburtshöhle verlassen hat? In eindrucksvollen, selten zuvor gezeigten Bildern dokumentieren der Natur- und Dokumentarfilmer Sigurd Tesche (1940 - 2020) und sein Team das Leben eines der seltensten Raubtiere Europas. Daneben stellt der Film auch andere Raritäten vor wie Wildkatze, Wolf und Raufußkauz. Die Hauptrolle aber spielt der charismatische Jäger mit den Pinselohren: von der Geburt bis zu jenem Zeitpunkt, an dem sich der Nachwuchs auf leisen Pfoten davonmacht, um sich ein eigenes Revier zu erobern, irgendwo im Böhmerwald, im Wald der Luchse.
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