TV-Programm

Kultur, Magazin
artour
MDR
26.03.,
22:10 - 22:40
Infos
Originaltitel
artour - Das Kulturmagazin des MDR
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
* Unter Improvisationskünstlern - Die verwaisten Theatersäle, Buchhandlungen, Galerien werden auf nicht absehbare Zeit zu unserem Alltag gehören. Corona hat die Kulturszene, die nun einmal nicht zuletzt von ihrer Kontaktfreude lebt, weitestgehend lahmgelegt. Die Kreativen suchen zaghafte Auswege: Virtuelle Festivals, Lieferdienste mit Gedrucktem, Bühnenschneidereien nähen Schutzmasken. "artour" befragte drei unterschiedliche Vertreter der Zunft über ihre Zukunftsperspektiven und ihr aktuelles Lebensgefühl: Die Dresdner Star-Sopranistin Sarah Maria Sun, die fürs Internet Konzerte organisiert, den Rudolstädter Theaterintendanten und Schriftsteller Steffen Mensching, der viel Improvisationstalent braucht, um sein leeres Haus zu verwalten und den Leipziger Tanzlehrer Oliver Thalheim, der allein übers Parkett schwebt, um via Facebook und Co. seine Schüler die richtigen Schritte zu lehren. * Die Wiederentdeckung des Wohnzimmers - Wir sitzen fest - im Wohnzimmer. Die Ausgangsbeschränkungen sind hierzulande noch relativ moderat, doch rücken wir zusammen und finden uns im Wohnzimmer wieder. Vielleicht muss man von einer Renaissance des Raumes sprechen, der in den letzten zwei Jahrzehnten eher zum zufälligen Treffpunkt der Familie wurde und kurz vor der Abwicklung stand. Das Wohnzimmer ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Es diente immer gemeinschaftlichen Aktivitäten. Hier traf sich die Familie und hier empfing man Besuch. Oft war das Wohnzimmer der schönste Raum in der Wohnung und hier zeigt man, durch die Einrichtung, wer man ist oder wie man erscheinen will. Diese Grundeigenschaft des Wohnzimmers, die Repräsentation, ist mit kleinen Abweichungen bis heute so geblieben. Erst der Fernseher, das sogenannte "Lagerfeuer der Moderne", sorgte für tiefgreifende Veränderung. Man vereinzelte jetzt gemeinsam vor dem Fernseher, später dem Beamer oder dem Video-Streaming. Die gute Stube wurde zum Alltag. Aber stimmt das, dass das Wohnzimmer als "Gute Stube" durch offene Küche und Spielecke für die Kleinen, entweiht wurde? "artour" spricht mit Irene Nierhaus von der Uni Bremen. Die Professorin für Kunstwissenschaft sagt: "Das Wohnzimmer an sich gibt es gar nicht. Wenn man es definieren soll, ist es der öffentlichste Raum in der Wohnung." Eine kleine Kulturgeschichte des Wohnzimmers. * Clara Mosch und Ralf-Rainer Wasse. Aktion und Fotografie - Die Aktionen der Karl-Marx-Städter Künstlergruppe Clara Mosch sind im Wesentlichen durch die Fotografien Ralf-Rainer Wasses überliefert. Die zwischen 1975 und 1986 entstandenen Fotografien, die Wasse auch für das Ministerium für Staatssicherheit anfertigte und die den Schwerpunkt der Ausstellung bilden, dokumentieren die eigentlich ephemeren Aktionen der Gruppe. Sie belegen die künstlerische Selbstinszenierung der Mitglieder von Clara Mosch - Carlfriedrich Claus, Thomas Ranft, Dagmar Ranft-Schinke, Michael Morgner und Gregor-Torsten Schade (seit 1980 Kozik) - zwischen Eigensinn und performativen Kunstformen und reflektieren zugleich Wasses ästhetische Ansprüche als Fotograf. In diesem Spannungsverhältnis beleuchtet die Ausstellung die Aktionen der Gruppe als eines der wichtigsten Beispiele alternativen Kunstschaffens in der DDR, das unabhängig von staatlicher Kunstdoktrin realisiert wurde. * Christian Y. Schmidt - Der kleine Herr Tod - Christian Y. Schmidt lebt seit 15 Jahren in Peking und saß in einem der letzten Flieger nach Deutschland, um hier sein neues Buch vorzustellen. Dann wurden Teile Chinas abgeriegelt und jetzt Deutschland. Also stellt "artour" Schmidts Buch "Der kleine Herr Tod" und seinen Verfasser vor: Der kleine Herr Tod hat einen waschechten Burnout. Grund sind die verdammten Hühner, die in sein Ressort fallen, denn wegen der Massentierhaltung leben und sterben immer mehr. Außerdem will seine große Liebe Lydia Lilith heiraten. Leider nicht ihn, sondern den Superschnösel Johnny Hypnos. Da hat der kleine Herr Tod die Faxen dicke und rastet voll aus. Damit er wieder zu sich kommt, schickt ihn sein Chef, der alte Herr Hades, in Urlaub, zum ersten Mal in hundertdreißig Jahren. Erst kommt der kleine Herr Tod mit der vielen Freizeit überhaupt nicht klar. Das ändert sich, als er den dreizehnjährigen Stephan trifft, den alle nur Bengel nennen. Der ist aus der Krebsklinik abgehauen, weil ihm da die Stimmung auf den Zeiger ging. Als die beiden entdecken, dass sie Fans derselben Death-Metal-Bands sind, gründen sie kurzerhand selbst eine. Von nun an gehen sie allen unerfreulichen Menschen mit höllischem Gegröle und Lärm gewaltig auf die Nerven. Sie besuchen Bengels Musiklehrer und den miesen Hühnerbaron Zuckmayer. Aber ihre Tour ist noch nicht zu Ende. * Kulturkalender: -Programmhinweise Lebenslauf Andris Nelsons, MDR 26.3. - Virtueller Museumsrundgang im Zittauer Kulturhistorischen Museum, seit 17.3. abrufbar - Streamingangebot "Grandfilmondemand", die Hälfte der Erlöse geht an die Programmkinos des Landes u.a. Cinemateque Leipzig, Luru Kino Leipzig, Cineding Leipzig, Kino im Dach Dresden
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